Einflüsse der Umwelt auf das Sehen


Die heutige Informationsflut wird zu 90% über die Augen wahrgenommen. Im Job, in der Schule und auch im Alltag reduziert sich das Sehen zunehmend auf starre Sehaufgaben im Nahbereich (PC-Arbeit, steigendes Lesepensum). Diese einseitigen und z.T. falschen Sehgewohnheiten können zu negativen Auswirkungen auf die Wahrnehmungsleistung führen.

Selbst wenn der Optiker feststellt, dass zur Entstehung eines scharfen Bildes keine Sehhilfe (Brille, Linse oder Lupe) notwendig ist, kann es sein, dass z.B. Schüler Schwierigkeiten haben, einen schnellen Blicksprung vom Heft an die Tafel und zurück auszuführen oder es Erwachsenen schwer fällt, konzentriert Texte zu lesen.

Was ist Visualtraining?


Visualtraining ist ein individuell zugeschnittenes Trainingsprogramm, das Entwicklungsdefizite im Sehen abbaut und Beschwerden lindert oder beseitigt. Dabei sollen die vier Teilbereiche des Sehens (siehe rechts) durch gezieltes Üben auf ein gemeinsames hohes Niveau gebracht werden, um effektiver und leistungsfähiger sehen zu können.

Die Qualität des Sehens ist nicht nur von der Sehschärfe abhängig. Auch bei 100%iger Sehschärfe kann eine visuelle Wahrnehmungsstörung vorhanden sein, wenn ein Teilbereich des Sehens in der Entwicklung zurückbleibt. Je besser die einzelnen vier Fähigkeiten ausgebildet sind, desto genauer funktioniert unsere visuelle Wahrnehmung.

Was macht der Funktionaloptometrist?


Der Funktionaloptometrist misst, wie gut das Sehen entwickelt ist. Dabei kommt die 21-Punkte-Messung gemäß OEP (Optometric Extension Program Foundation) zum Einsatz, ein klassisches augenoptisches Messverfahren und die einzige Möglichkeit, das Sehvermögen - die Qualität des Akkommodation-Konvergenz-Zustandes - messtechnisch zu erfassen.

Veränderungen und Defizite können danach objektiv und vergleichbar nachgewiesen und die Erfolgschance eines Visualtrainings benannt werden. Der Funktionaloptometrist kann daraufhin eine Problemlösung empfehlen und ein Übungsprogramm zusammenstellen, das zu Hause täglich ca. 15 Minuten geübt wird.

Alle zwei Wochen findet eine Kontrolle im Institut statt, um die Stufe des Lernprozesses neu zu bewerten und die Übungen entsprechend anzupassen. Ziel des Trainings ist es, die erlernten Fähigkeiten ins tägliche Leben zu integrieren, um dauerhaft besser sehen zu können.

Wann kann Visualtraining helfen?

  • Beschwerden am Bildschirmarbeitsplatz
  • Visuell bedingte Lese-/Rechtschreibschwäche bei Kindern:
    schlechtes Schriftbild, Ratelesen, Verwechseln von Buchstaben (p/q, d/b), Leseunlust, Weglassen von Endungen
  • Konzentrationsprobleme
  • Häufige Kopfschmerzen
  • Häufig rote, tränende oder müde Augen
  • Erhöhte Blendempfindlichkeit
  • Kurzzeitiges Verschwommensehen beim Blickwechsel von Nähe zu Ferne oder umgekehrt
  • Unsicherheit im Dunkeln
  • Allgemeine Ungeschicklichkeit
  • Stress-Situationen (burnout u.ä.)